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Beratung verwitweter Ehegatten in Zugewinngemeinschaft

Wählen Sie die erbrechtliche oder die güterrechtliche Lösung?

Wenn Ihr Ehe- oder eingetragener Lebenspartner verstorben ist und Sie mit ihm, wie die meisten Ehepaare, im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, dann gilt folgendes in den folgenden Fällen:

1. Gesetzliche Erbfolge: Sie gilt, wenn kein (gültiges) Testament vorhanden ist

Als Ehegatte erben Sie (mindestens) ein Viertel des Nachlasses.
Wenn Sie mit ihrem verstorbenen Ehegatten in Zugewinngemeinschaft gelebt haben. kommt der Zugewinnausgleich ins Spiel:
Der Zugewinn ist das, was die Ehepartner / eingetragenen Lebenspartner jeder für sich im Laufe der Ehe erwirtschaftet haben. Am Ende der Ehe (bei Auflösung, Scheidung oder Tod eines Ehegatten) werden die jeweiligen Zugewinne saldiert: Derjenige, der weniger erwirtschaftet hat, ist der Zugewinnausgleichsberechtigte; ihm steht die Hälfte des Zugewinns des anderen Ehegatten zu.

Um dem erbenden Ehegatten die (oft mühsame!) Ermittlung des Zugewinns zu ersparen, hat der Gesetzgeber für den Zugewinnausgleich eine pauschale Lösung entwickelt: Der Mindesterbteil von einem Viertel wird auf ein Halb erhöht; es handelt sich um die sogenannte erbrechtliche Lösung.

Die erbrechtliche Lösung gilt unabhängig davon, ob überhaupt ein Zugewinn erwirtschaftet worden war oder ob der erbende Ehegatte ausgleichsberechtigt ist.
Wenn im Lauf Ihrer Ehe kein oder nur ein geringer Zugewinn erwirtschaftet wurde oder wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ausgleichsberechtigt sind, dann ist diese pauschale Lösung für Sie die bessere.

Wenn Ihr verstorbener Ehegatte allerdings zu Lebzeiten einen hohen Zugewinn erwirtschaftet hat, dann sollten Sie die güterrechtliche Lösung wählen: Sie schlagen das Erbe durch Erklärung gegenüber dem Nachlaßgericht aus (kurze Sechswochenfrist!) und fordern von den übrigbleibenden Erben die Auszahlung des hälftigen Zugewinns. Diesen allerdings müssen Sie berechnen und ggfls. auch beweisen.
Zusätzlich zu Ihrem Anspruch auf Zugewinnausgleich gewährt Ihnen das Gesetz einen Pflichtteil von einem Achtel der Erbschaft (kleiner Pflichtteil), den Sie ebenfalls gegenüber den Erben geltend machen müssen.
Bitte berücksichtigen Sie, daß diese Wahl gegenüber den Erben durchaus Konfliktpotential enthält.

2. Testamentarische Erbfolge

Hat Ihr Ehegatte Sie enterbt und Ihnen auch kein Vermächtnis zugewandt, können Sie ebenfalls nach der güterrechtlichen Lösung von den Erben den Ausgleich des Zugewinns und zusätzlich einen Pflichteil von einem Achtel der Erbschaft verlangen.

Wie gesagt: Die Ermittlung des Zugewinns ist oft nicht einfach, was Ihnen die Wahl der für Sie richtigen Lösung erschwert. Ich berate Sie gern.

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